St. Albertus Magnus Ottobrunn

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Das Misereor-Hungertuch 2007

Herausgeber:
Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.




Mozartstraße 9, 52064 Aachen
Tel.: 0241 / 442-0; Fax: 0241 / 442-188
e-mail: pastoral@misereor.de
Internet: http://www.misereor.de

 

 
Das Misereor-Hungertuch 2007
aus China
"Selig seid ihr ..."
von Prof. Li Jinyuan, China
 
 
Das MISEREOR-Hungertuch 2007 lädt Sie ein, sich während der Zeit des Fastens und der Besinnung zwischen Aschermittwoch und Ostern auf die "Bergpredigt" Jesu einzulassen. Das Hungertuch gibt der MISEREOR-Fastenaktion noch einmal ein eigenes Gesicht: Was Bildung heißen kann, buchstabiert es künstlerisch, theologisch und spirituell.
Die Seligpreisungen bilden den Beginn der "Bergpredigt" - sie sind Jesu Bild von der radikal veränderten Welt. Jesus lehrt seine Jüngerinnen und Jünger bestimmte Grundhaltungen, denen Sie in diesem
Hungertuch nachspüren können.

Farben und Formen

Das Hungertuch leuchtet in kraftvollem Gelb und Orange, warmes Ocker und Rot heben sich von ernstem Schwarz und Grau ab. Das Kreuz aus Licht, das sich nach oben zum Himmel hin immer weiter öffnet, findet sein Zentrum in Jesus Christus. Menschen drängen sich um ihn, der sie direkt anspricht: "Selig seid ihr, ihr seid gemeint!" Die Körper der Menschen nehmen in ihrer Eckigkeit die Felsformationen des Berges auf: Mit all ihren Ecken und Kanten sind sie unterwegs. Der Berg ist der Ort, an dem Jesus den Menschen seine Liebe zuteil werden lässt.

Feuer, Wasser, Geist

Zu Jesu Füßen brennt ein Feuer. Es steht für das kommende Reich Gottes, das alles neu macht und das alte verbrennt. Darunter leuchtet ein roter Stempel, in den kunstvolle chinesische Schriftzeichen eingeprägt sind: "höchste güte ist wie das wasser" (Laotse, Daodejing, 8). Mit Wasser und Geist ist Jesus getauft worden, in ihm springt die Fontäne des "Wassers des ewigen Lebens auf" (Joh 4).

Selig seid ihr...

In den vier roten Kreisen hat Li Jinyuan vier der Seligpreisungen szenisch dargestellt:

"Selig, die arm sind vor Gott": Hier stellt Li Jinyuan das mühsame Leben der ethnischen Minorität der Yi dar, die im Südwesten Chinas lebt. Das schwarze Kreuz symbolisiert das Hinabgehen Jesu zu den Armen und Entrechteten.
 
"Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden": Eine düstere Gefängnisszene, durch die Stäbe des winzigen Fensters erahnt man die Umrisse eines alten Kaiserpalastes - Symbol für Feudalsystem und Diktatur.
 
"Selig die Trauernden": Ein Lehrer gibt einen Trost anderer Art weiter, Bücher als Symbole des Wissens und der Bildung. Bildung ist in China und vielen Ländern des Südens für arme Eltern kaum zu finanzieren. Noch schwieriger ist es für Menschen mit Behinderungen, Zugang zu Bildung und Ausbildung zu bekommen.
 
"Selig, die Frieden stiften": Wir sehen eine Szene voller Harmonie - Löwe, Pandabärin, Lämmer, Böcke und Menschen lagern beieinander - eine Vision vom Frieden zwischen Mensch und Natur (vgl. Jes 11,5 ff.).

Die Kalligrafie auf dem Hungertuch verschränkt optisch die beiden oberen Vignetten miteinander: "Selig, die arm sind vor Gott" und "Selig die Barmherzigen" lesen wir dort.

... denn euch gehört das Himmelreich

Die ausladende Baumkrone am unteren Bildrand greift das Gleichnis vom Senfkorn auf (Mt 13,31f.). Um heranzuwachsen benötigt der kleine Keim Wasser, das ihn nährt. Genauso braucht nachhaltige Bildung Förderung und Zeit zum Wachsen. Die Darstellungen der Seligpreisungen in den Vignetten sollen sich im Alltag wie ein Samenkorn entfalten: In jeder Szene tritt die Kraft der Solidarität und der Liebe zu Tage, jede Vignette ist wie ein Samenkorn, das Frucht bringen und Jesu Worte verdeutlichen wird: Worte, welche die Alltagsmaßstäbe nicht nur in Frage, sondern auf den Kopf stellen.

Das Meer wird von Dschunken befahren, an deren Decks sich Menschen tummeln: Sie tragen die Lehre Jesu in die Welt hinaus und geben Zeugnis von seiner Liebe zu denen, die am Rande stehen.

Der Künstler
 

Prof. Li Jinyuan (Jahrgang 1945) hat an der Chengdu Normal University in der Provinz Sichuan/China eine Professur für chinesische Malerei und unterrichtet Meisterschüler. Erst 1979, nach Kulturrevolution, Gefängnis und Umerziehungslager, konnte er die Malerei zu seinem Beruf machen. Seitdem kennzeichnen zahlreiche Auszeichnungen, Studienaufenthalte im asiatischen und europäischen Ausland und internationale Ausstellungen seinen Weg. Seine Bilder kreisen stets um das große Thema der Harmonie von Gott, Mensch und Natur.

 
 
Copyright © 10 / 1999 - 2009 by Dieter Herberhold
Last updated 11.01.10