St. Albertus Magnus Ottobrunn

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Das Misereor-Hungertuch 1976


 

Herausgeber:
Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.




Mozartstraße 9, 52064 Aachen
Tel.: 0241 / 442-0; Fax: 0241 / 442-188
e-mail: pastoral@misereor.de
Internet: http://www.misereor.de


 

 
Das Misereor-Hungertuch 1976
aus Indien

"Christus im Lebensbaum - Hoffnung für alle"
 
 
CHRISTUS IM LEBENSBAUM – HOFFNUNG FÜR ALLE

CHRISTUS ALS DER "HERR des HEILIGEN TANZES". Die eine Hälfte des Baumes ist dürr und kahl, die andere trägt Blätter und Früchte. Christus ist Leben und Verheißung und wird doch für viele zum Gericht. Angenagelt und schreitend ist er als "Herr des Tanzes" dargestellt. Im Lebensbaum ist er Zeichen für das 'Fest' der Wiederkunft: "0 Kreuz, sei gegrüßt, du unsere einzige Hoffnung".
 
DER BLUTSTROPFEN weist hin auf die Todesangst Jesu am Ölberg. Eingerahmt von Kelch und Hostie: Christus, mit der Angst der Menschen vertraut, stärkt die vom Tod bedrohten Menschen, die an ihn glauben, mit seinem Fleisch und Blut.
DIE KRONE eines Königs, der nicht unterdrückt, sondern erhebt; ein König, der nicht knechtet, sondern befreit; ein König, der selbst zum Knecht wird.
DER SCHIRM = Baldachin, ist Zeichen für die Ankunft des Göttlichen, in Indien auch Zeichen der Ehe. Der Bräutigam schmückt seine Hände und streckt sie liebevoll seiner Braut entgegen: Christus, der in die Welt gekommen ist, um den Neuen Bund zu begründen.
DIE LANZE, mit der das Herz Christi durchbohrt ("geöffnet") wurde.
DIE LEITER "Du bist die sichre Leiter, darauf man steigt zum Leben, das Gott will ewig geben." (Gotteslob, 182)
DAS SAMENKORN, das sterben muss, bevor es Frucht bringen kann.
DIE SCHLANGE, die erhöht werden muss, damit sie die vom Tod bedrohten Menschen retten kann. (Jo 3,14-16; Num 21,4-9)

 
DIE FARBE "GRAU" (in der linken Seite des Bildes) weist hin auf isolierte Selbstbehauptung, auf Verstrickung und Sünde. Gleichzeitig aber auf Verzicht, der zum Mit-Leiden bewegt. Gemeinsam getragene Last erleichtert sie und gibt Hoffnung.

 
DIE BIENE sucht Honig. Sie nimmt von den Blüten des Baumes, was sie für Waben und Honig braucht. Gleichzeitig befruchtet sie die Blüte, so dass der Baum Frucht bringen kann. Die goldene Wabe ist Hinweis auf das himmlische Jerusalem. (Vgl. Apg 21,2-5)
DIE STANGE MIT DEM ESSIGGETRÄNKTEN SCHWAMM, der dem Gekreuzigten gereicht wurde, als ihn dürstete. "Was habe ich nicht für dich getan? Pflanzt dich als meinen Weinberg an und du gibst bitteren Essig mir, du bohrst des Retters Herz dafür" (Vgl. Jes 5)
DIE URNE ist das Grab für die Asche des Verstorbenen. Neues Leben sprengt das Gefäß.
DER SCHMETTERLING AUF DER LOTUS-BLÜTE ist Hinweis auf die Auferstehung Christi und auf unsere Auferstehung. Aus der Raupe wird Neues und Schönes. Gott hat bereits angefangen, uns von Christus her mit ewigem Leben zu durchdringen.
DIE FÜSSE Christi, der zum Himmel aufsteigt. Die Werke, die er durch uns getan wissen will, hat er bereits begonnen. Wir aber müssen in seine Fußstapfen treten.
Alles beginnt zu leben, selbst aus dem SCHÄDEL Adams sprosst ein Zweig hervor.

 
DIE FARBE "ORANGE" (in der rechten Seite des Bildes) symbolisiert schöpferische Selbstverleugnung. ALs Zeichen des Verzichtes und der Umwandlung von den "Heiligen" Indiens getragen.
 

 
Ein alter liturgischer Brauch,

von MISEREOR neu aufgegriffen angesichts der Not und des Elends von Millionen Menschen.
Wie bei den alten "Hungertüchern" wollen die dargestellten Bilder und Symbole zur Umkehr und zu einem neuen Anfang in Gemeinschaft mit Christus rufen.

 
Eine Botschaft von "draußen"

Ein indischer Christ und Künstler möchte uns Christen in Deutschland helfen, unsere Fastenzeit angesichts der Menschheitspassion unserer Tage Heil bringend zu gestalten.
Er hält uns nicht das Elend seiner Landsleute vor Augen. Er klagt nicht und klagt uns, die Satten, nicht an. Er spricht von seinem eigenen Glauben, vom Glauben an die befreiende und umwandelnde Kraft eines Verzichtes, der nicht für sich selbst steht, sondern geistige Lebendigkeit beinhaltet.

 
Ein neuer Impuls

Durch Meditation und Gebet soll Zugang und Gemeinschaft mit dem Not leidenden "fernen" Bruder gefunden werden. Das Bild soll helfen, unsere Angst vor dem Verzicht zu verlieren im Glauben an den, der durch Verzicht und Tod der Welt Hoffnung gegeben hat.

 
Ein Hinweis für den "Gebrauch"

Das Hungertuch will in seinen Farben und Bildern zu uns sprechen. Erklärende Texte reichen wie bei einem guten Meditationsbild nicht, um es in seiner ganzen Fülle und Tiefe zu erfassen. Mit diesen Hinweisen tastet man sich höchstens an den Rand des Bild heran. Betrachten, "lesen" Sie das Bild von der dunklen Seite der Passion zur hellen Seite der Hoffnung und des Lebens.

 
 
Copyright © 10 / 1999 - 2009 by Dieter Herberhold
Last updated 11.01.10